Der Winter nähert sich
21. September 2017
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Rückblick aufs Jahr 2017

Das Jahr 2017 nähert sich bereits dem Ende und ich würde das vergangene Jahr liebend gerne mit erfreulichen Sätzen resümieren, jedoch überwiegen auch dieses Jahr abermals die Rückschläge und Tiefschläge. In den vergangenen 12 Monaten war ich insgesamt mehr als 7 Monate verletzt. Zuerst 2.5 Monate von Ende Februar bis Mai wegen Rückenproblemen die ich bereits im Jahr 2016 hatte und seit Anfang August seit nunmehr bald 5 Monaten am Knie und der Hüfte. Das sind Fakten, die automatisch Fragen aufwerfen, vor allem weil es sich nicht nur um dieses Jahr handelt, sondern um die ganzen letzten 10 Jahre seit ich mit akuter lymphatischer Leukämie diagnostiziert wurde. Ich hatte kein einziges Jahr, wo ich ohne ernstere Krankheit oder Verletzung durchgekommen bin, was mich daran hindert das zu tun was für einen Langläufer am wichtigsten ist, nämlich konstant auf hohem Niveau zu trainieren.

Die Gründe dafür sind vielfältig, es war sicherlich auch oftmals viel Pech dabei, jedoch bin ich nicht auf dem Kopf gefallen und hinterfrage mich natürlich selber sehr stark. Welche Sachen mache ich falsch, was kann ich ändern damit ich optimale Voraussetzungen habe um krankheits- und verletzungsfrei zu bleiben und wie kann ich trotzdem am Limit trainieren und das Optimum aus mir herausholen. Dass es in den letzten Jahren oftmals das bisschen zu viel über das Limit hinausging und ich deshalb krank wurde oder mich verletzt habe steht ausser Frage. Zum Glück ist das nicht nur eine negative Eigenschaft, denn ich kann definitiv von mir behaupten, dass ich willig und fähig bin an meine Grenzen zu gehen und bereit bin mir im Training sehr weh zu tun. Was ich aber unbedingt in den Griff bekommen muss ist, dass ich besser spüre wann das “an die Grenze” gehen drin liegt und wann nicht.

In den Jahren nach dem Krebs hatte ich vor allem Probleme das Training zu vertragen und wurde sehr oft krank, das verschlimmerte sich stark, als mich zusätzlich das pfeiffersche Drüsenfieber erwischte und es leider erst spät entdeckt wurde. Danach plagten mich während mehr als 3 Jahren grosse körperliche Probleme. In diesen 3 Jahren hatte ich nie das Gefühl, dass mein Körper das Training richtig verarbeiten kann und ich wurde empfindlicher auf alle äusseren Einflüsse. Die Beschwerden reichten von starken Schlafstörungen bis zur völligen Übersäuerung bei Puls 140, weil mein Körper nicht so funktionierte wie er sollte. Ich bin sehr glücklich, dass ich diese Probleme mittlerweile in den Griff bekommen habe und ich endlich wieder spüre, dass mein Körper das Training verarbeiten kann.

Das damit entstandene “Problem” war, dass ich wieder mehr Gas geben konnte im Training, sowohl intensitätsmässig wie auch umfangmässig. Dabei habe ich leider in den letzten 2-3 Jahren oftmals körperliche Warnzeichen zu spät zur Kenntnis genommen und habe Verletzungen davongetragen. Die letzten zwei daraus resultierten Verletzungen sind eben die Rückenprobleme die mich 2016 wie auch 2017 über Monate ausser Gefecht genommen haben, wie auch jetzt die Knie und Hüft Verletzung die mich seit bald 5 Monaten meine Beine nicht belasten lässt.

Mir ist bewusst dass man sich da fragt, warum macht der Typ das ganze eigentlich noch? Diese Frage ist mir natürlich auch schon durch den Kopf gegeistert und noch viele andere dazu! Was mich immer wieder von neuem motiviert ist, dass ich trotz vieler und langer Krankheits-/Verletzungszeiten es immer wieder schnell auf ein gutes Niveau zurückschaffe und mir dabei auch schon einige sehr gute Wettkämpfe gelungen sind. Das wichtigste ist jedoch, dass ich weiss und spüre das noch viel mehr in mir drin steckt und ich diesen Sport trotz der Rückschläge immer noch liebe. Ansonsten hätte ich schon längstens aufgehört.

Das wenn der Weg so weitergeht wie bis anhin, mit Krankheiten und Verletzungen jedes Jahr, nicht zum Erfolg führen wird ist mir aber auch zu 100% klar! Deshalb werde ich die nächsten Monate und hoffentlich Jahre etwas anders angehen als bisher. Ich werde nach dem Prinzip “Verletzungen vorzubeugen ist einfacher als sie zu heilen” vorgehen und 1-3 sportartspezifische Trainings pro Woche mit Trainings ersetzen die meinen Bewegungsapparat optimieren, Schwachstellen stärken und damit Verletzungen vorbeugen. Die damit “verlorenen” sportartspezifischen Trainingsstunden werden ungemein weniger sein als wenn ich wieder eine mehrmonatige Pause einlegen muss.

Ich schaue auf diese Herausforderung voraus, zuerst muss ich aber meine derzeitige Verletzung zu 100% auskurieren können und darauf fokussiert sich momentan auch mein Alltag, mit speziellen Übungen und Rehamassnahmen.

Ich freue mich bereits im nächsten Jahr hoffentlich einen ganz anderen Jahresrückblick schreiben zu können!

Ich wünsche allen frohe Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 

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